Nachhaltige, partizipative Gestaltung mit urbanen Ressourcen im Essener Eltingviertel

Nachhaltige Möbelgestaltung mit urbanen Ressourcen aus dem Essener Eltingviertel



Projekt Eltingmöbel

Als wir uns ausführlicher mit dem Sperrmüll im Eltingviertel beschäftigt haben, ist uns aufgefallen, dass man in drei verschiedene Kategorien unterteilen kann: Tatsächlicher Müll, Gegenstände, die noch problemlos verwendet werden können und Materialien wie Regalbretter oder Tischplatten, die man zwar nicht direkt als Möbel, sehr wohl aber als Baumaterial nutzen kann!


Eltinghocker

Sitzmöglichkeiten verschwinden immer zuerst vom Sperrmüll, da sie leicht zu transportieren sind und oft gebraucht werden. Gleichzeitig bieten die vielen Regal- und sonstigen Holz- platten einen hervorragenden Werkstoff. Was läge also näher, als aus diesem Material eine Sitzgelegenheit zu bauen?
Der Hocker ist ein steckbarer Möbelbausatz, der aus vom Sperrmüll stammenden Holz- platten hergestellt werden kann. Der praktische Griff an einem der Stuhlbeine ermöglicht einen einfachen Transport.
Die charakteristische Form, die Farbsprache des Eltingviertels, sowie die Möglichkeiten zur Transformation und zum ein- fachen Transport lassen den Eltinghocker so besonders. Jeder einzelne Hocker besteht aus verschiedenen Materialien und ist ein handgefertigt.
Jedes Möbelstück ist ein Unikat.

 

Der Eltinghocker ist im urbanen Raum zuhause. Man sieht ihm an, dass seine Herkunft der schnelle, schmutzige Großstadtdschungel ist.Er wurde mit allen Wassern gewaschen, was sich unschwer an seiner Oberfläche, die von der Zeit mit kennzeichnenden Narben und Gebrauchsspuren geprägt wurde, erkennen lässt.


 Entwurf

Die Formsprache des Hockers ist schlicht und kraftvoll.
Drei massive Beine stützen die obere Sitz äche. Die Verzapfung ermöglicht das Zusammen- und Auseinanderstecken des Hockers und gewährleistet dabei gleichzeitig die nötige Stabilität. Der Hocker muss an keiner Stelle verschraubt oder verleimt werden.


Sperrmüll Anhänger

Etwas vom Sperrmüll mitgenommen hat vermutlich fast jeder schon einmal. Oft  findet man spontan schöne, gut erhaltene Stücke und freut sich, dass sie niemand zu brauchen scheint. Die vorigen Besitzer haben fast nie ein Problem damit, wenn sich jemand an ihrem Sperrmüll bedient, im Gegenteil, meistens sind sie froh, wenn ihre alten Schätze noch weiterverwertet werden können. Aber Achtung! Wussten Sie eigentlich, dass es Diebstahl ist, Sachen vom Sperrmüll mitzunehmen?Natürlich hat es seinen Sinn und Zweck das Mitnehmen von Sperrmüll als Diebstahl auszuschreiben, denn so wird das Eigentumsrecht geschützt.

Für alle, denen es bei der Jagd nach Sperrmüllschönheiten aber nicht um den Adrenalinkick geht, haben wir Anhänger entwickelt, die vom Besitzer an alte Möbelstücke gehängt werden können und dessen Einverständnis zur Mitnahme bekräftigen.
Das macht es zwar nicht legaler - aber irgendwie offizieller.


Pop-Up Wohnzimmer

Morsch und vermoost ist das Holz der Sitzbänke die sich am Eltingplatz be nden.Kein Wunder, dass man da lieber in seinen eigenen vier Wänden bleibt.Die meisten Bewohner haben sich nach und nach aus den Augen verloren - die Leute, die einem auf der Straße begegnen kennt man oft gar nicht mehr. Vertrauen und Gemeinschafts- gefühl sind verloren gegangen.Dabei sind genau das die Grund- voraussetzungen für eine gut funktionierende Nachbarschaft. Mit unserem mobilen Wohn- zimmer, welches wir ebenfalls aus alten, gefundenen Möbeln zusammengestellt haben, soll wieder eine neue Basis für ein harmonisches Miteinander geschaffen werden.Das Wohnzimmer ist bequem und lädt Jeden dazu ein sich hinzusetzen, die Umgebung zu betrachten und sich mit Anderen zu unterhalten.


Kooperationspartner

Ein großes Dankeschön geht auch an unsere Kooperationspartner, die uns bei unserem Projekt maßgeblich unterstützen! Besonders danken wir:

 

Folkwang Universität der Künste

Vonovia

WfbM Duisburg

Stadt Essen